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Mindestlohn in Deutschland

Armutslöhne sind ein Verstoß gegen die Menschenwürde.

In Deutschland arbeiten mehr als 7,7 Millionen (7 700 000) im Niedriglohnbereich.

Der Niedriglohnbereich zeichnet sich dadurch aus, dass die Kolleginnen und Kollegen zwischen 50 – 75 % des Durchschnittseinkommens in Deutschland verdienen.

 

Es ist eine Schande, dass es in einem so reichen Land Löhne von vier oder fünf Euro gibt. In den letzten 15 Jahren ist das Volkseinkommen um gut 40 Prozent gestiegen. Davon ist jedoch nichts an die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weitergegeben worden, im Gegenteil die Löhne sinken immer weiter.

 

Deutschland liegt mit seiner hohen Niedriglohnbeschäftigung inzwischen über dem EU - Durchschnitt.

 

Wir dürfen nicht tatenlos zusehen, wie sich der Niedriglohnsektor permanent ausweitet.

 

Der Arbeitslohn muss zum Leben reichen. Kein Mensch sollte auf die Hilfe des Staates angewiesen sein. Im vergangenen Jahr bezogen über 900. 000 Personen Leistungen zur Grundsicherung, und das ergänzend zu ihrem eigenen Einkommen.

 

Davon waren rund 280.000 Vollzeitbeschäftigte, das heißt sie arbeiteten 40 Stunden / Woche. Die Zahl derer, die Ihr Gehalt vom Staat aufstocken lassen müssten, um einigermaßen leben zu können, wird von Experten auf über 2 Millionen geschätzt.

 

Ein Mindestlohn fördert nicht nur die Belebung des Binnenmarktes, sondern auch, und das zeigt uns der Blick auf unsere europäischen Nachbarn, steigert den Anteil der Vollzeitbeschäftigten. Da ich gerade bei unseren europäischen Nachbarn bin, in über 20 europäischen Ländern gibt einen gesetzlichen Mindestlohn. Keiner dieser Staaten hat damit schlechte Erfahrungen gemacht.

 

Dass ein Mindestlohn zu einem Arbeitsplatzabbau führt, lässt sich leicht widerlegen. In England sind seit der Einführung von Mindestlöhnen jede Menge neuer Arbeitsplätze geschaffen worden.

 

Die meisten Bezieher von Niedriglöhnen arbeiten in der Dienstleistungsbranche, wie im Friseurhandwerk, im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie im Sicherheitsgewerbe. Dort werden Stundenlöhne bis zu 4,50 € gezahlt. Das ist ein Skandal!

 

Jens Löbel
Fachsekretar, Region Thüringen

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